Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis - Bayreuth

Der gotische Chorraum der Pfarrkirche St. Johannis

Von der ursprünglich gotischen Pfarrkirche St. Johannis ist nur noch ein Teil erhalten, der Chorraum. Dieser befindet sich heute hinter dem barocken Kanzelalter, der den barocken "Neubau" aus dem Jahre 1745 von dem gotischen Chorraum trennt. Ebenfalls aus der gotischen Zeit stammt der untere Teil des Glockenturms, der sich über dem Chorraum befindet, das dritte Stockwerk ist allerdings im Zuge der barocken Umgestaltung der Kirche (1742-1745) aufgesetzt worden.

Sanierung des Chorraums 2007/2008

Seit Sommer 2007 wurde der gotische Chorraum der Kirche saniert. Vor allem die Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert sind stark gefährdet gewesen. Teilweise hatte sich der Putz bis zu 5 cm von den Wänden entfernt und Blasen gebildet. Er drohte abzuplatzten und die Malereien wären für immer verloren gewesen.

Die Restauratorin Ute Tuch aus dem Ausburger Raum wurde beauftragt die Sanierung durchzuführen. Sie festigte den Putz, reinigte ihn von Ruß und Schmutz und stellte soweit es aus denkmalpflegerischer Sicht erlaubt war, die Malereien wieder her. Im Sockelbereich wurde der feuchte Wandputz abgeschlagen und durch einen Sanierputz ersetzt, auf dem ein Kalkputz aufgetragen wurde. Bei dieser Arbeit wurde eine zugemauerte Nische wieder freigelegt, die vermutlich als Tabernakel gedient hatte. Diese soll wieder eine Verwendung finden.

Die Gesamtkosten für die Sanierung beliefen sich auf 103.952,83 (davon staatlicher Anteil: 20.387,11 € und kirchlicher Anteil: 83.565,72 €).
Zum kirchlichen Anteil kommen noch 8.900,00 € Architektenhonorar hinzu, die uns vom Bauamt in Rechnung gestellt wurden, so dass wir bei 92.465,72 € liegen.

Die Sanierung wurde möglich durch großzügige Unterstützung der Oberfrankenstiftung, des Landeskirchenamtes und staatlicher Mittel zur Denkmalpflege. Zuletzt hat auch der Ministerpräsident Seehofer 12.000 EUR aus der Landesstiftung dazugegeben. Aber auch viele Gemeindeglieder trugen durch ihre Spenden zur Finanzierung der Kosten bei. Dafür auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Am 14. September 2008 wurde der Chorraum in einem feierlichen Gottesdienst wieder geweiht und durch ein Wandelabendmahl durch den Chorraum in den gottesdienstlichen Gebrauch wieder aufgenommen. Im Chorraum finden meist die Kircheneintritte sowie kleine Tauffeiern statt.

Besucher sind gerne eingeladen, sich das Ergebnis anzusehen. Von barocken Kirchenraum aus geht man am Kanzelalter vorbei durch einen den Vorhänge links oder rechts und steht dann im gotischen Chorraum. Die Kirche ist in der Regel tagsüber geöffnet. Empfehlenswert sind die Morgenstunden, wenn die Sonne durch das Ostfenster fällt.

Stationen der Geschichte des Chorraumes

um 1430

Entstehung der gotischen Malereien im Chorraum der Kirche St. Johannis

Im Laufe der Jahre (bis 1699) gab es mehrere Übermalungen. Allein am Schlussstein mit dem Christusgesicht konnten sieben Malschichten gezählt werden.

1699

Übertünchung der Malereien.

Im 30jährigen Krieg wurde die Kirche mehrfach beraubt und vieles zerstört (1632, 1634 und 1635). So wurde in der folgenden Zeit nach dem Frieden 1648 zuerst die Kirchendecke renoviert, dann 1653 ein Vortragekreuz angeschafft, das heute noch in der Kirche zu bewundern ist, 1650 wurde ein neuer Altar gefertigt, 1681 eine neue Kanzel, 1687 ein neuer Taufstein und 1697 eine neue Orgel. Im Zuge der Gesamtrenovierung erschienen vermutlich die gotischen Malereien als nicht mehr passend und wurden daher übertüncht.

1708

Blitzeinschlag in den Turm und großer Schaden an Chorraum und Turm.

Erste Überlegungen zum Neubau einer größeren Kirche.

1731

Planung der neuen Kirche wie auch des größeren Turmes
(mit einem Stockwerk mehr) durch den markgräflichen Baumeister Johann David Renz und
Durchführung des Turmausbaus,
bei dem der Chorraum unbeschädigt blieb.

1745

Fertigstellung der barocken Pfarrkirche St. Johannis

Ausgestaltung der Kirche durch Hofbildhauer Gabriel Renz: Kanzelaltar (1743), Taufengel (1758)

1855

Durchbruch der Chorraum-Decke unter unwissentlicher Zerstörung des Deckenbildes vom Evangelisten Johannes

Aufgrund einer neuen, größeren Orgel musste der alte Zugang zu den Glocken verlegt werden. Dazu wurde die Decke im Chorraum durchbrochen und eine Treppe zum Turm und eine hölzerne Zwischendecke eingezogen, die den Chorraum in eine untere und eine obere Sakristei teilte. Der Chorraum diente vermutlich bereits seit 1745 als Sakristeiraum.

1915

Entdeckung der gotischen Malereien durch Pfr. Baumgärtner

1916

Empfehlung des "Königlichen Konservatoriums der Altertümer und Kunstdenkmäler" zur vollständigen Freilegung

1927/8

Erste Restaurierung des Chorraumes unter Pfr. Baumgärtner

Im Zuge einer allgemeinen Sanierung der Kirche wurde auch der Chorraum saniert, eine neue Sakristei angebaut und ein Aufgang zur Uhr und den Glocken im Stil der Kirche an den Turm angebaut. So konnte die Zwischendecke im Chorraum entfernt und der Deckendurchbruch wieder verschlossen werden.

2001

Erste Untersuchungen zur erneuten Restaurierung des Chorraumes

durch Restaurator Gerd F. Tippl, Bamberg unter Pfr. Dr. Friedemann Hebart

2004/5

Detailierte Untersuchungen und Erstellung eines Kostenplanes durch Peter Turek, Forchheim unter Pfr. Dr. Friedemann Hebart

2007/8

Erfolgreiche Restaurierung durch Frau Ute Tuch unter Pfr. Christian Aschoff



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